Sieben Fakten zum Urlaub am Mittelmeer: Hätten sie das gewusst?

Sommer. Sonne. Meer. Endlich!

In der Urlaubszeit zieht es viele Österreicherinnen und Österreicher ans Mittelmeer.

Bei Sonne, Strand und „kühlem Nass“ vergisst man aber nur allzu leicht, dass das Mittelmeer ein sensibles Ökosystem ist, das massiv bedroht ist.

Wir haben 7 Fakten über das Mittelmeer vorbereitet, die sie vielleicht noch nicht kennen.

1.) Warmes Wasser ist eine Katastrophe

Viele Menschen genießen die angenehm warmen Wassertemperaturen wie in der Badewanne. Doch was für uns wohlige Temperaturen sind, ist für die Meere katastrophal. Das Mittelmeer ist heute etwa 1-2 ° C wärmer als im Schnitt der letzten 35 Jahre (1982–2016). An der nördlichen Adria lagen die Wassertemperaturen letzten September teilweise sogar 2-3,5 ° über dem Schnitt! Das macht das Mittelmeer zu einem Hot Spot der Klimakrise. Die höheren Wassertemperaturen sorgen nicht nur für mehr Unwetter und Stürme, sondern beeinträchtigen auch die Lebewesen im Meer massiv.

2.) Der gefährlichste Ort für Haie

Hai-Sichtungen vor Badestränden heizen immer wieder Diskussionen an wie gefährlich Haie für Badende sind. Fakt ist: Das Mittelmeer ist weltweit der gefährlichste Ort für Haie. Nicht wir müssen uns vor den Haien fürchten, sondern die Haie vor uns. Ein aktueller Report zeigt, dass mehr als die Hälfte der im Mittelmeer lebenden 41 Haifischarten vom Aussterben bedroht sind. Der Grund sind Überfischung, gezielter illegaler Hai-Fang und Plastikverschmutzung.
Mehr zu Haien hier

3.) 40% mehr Müll im Sommer

Europa ist nach China der zweitgrößte Plastikproduzent der Welt – ein Großteil des Mülls wird im Meer „entsorgt“. So landet pro Minute eine Menge von etwa 33.800 Plastikflaschen im Mittelmeer. Die über 200 Millionen Touristen verschärfen das Müllproblem in den Sommermonaten zusätzlich. In dieser Zeit erhöht sich die Müllmenge in den Urlaubsregionen nämlich um 40%! So wird das Mittelmeer aufgrund seiner Geografie zur Plastikfalle.

Was können Sie also tun? Vermeiden Sie Einweg-Produkte aus Plastik und befolgen Sie die Vorschriften zur Mülltrennung an Ihrem Urlaubsort.

Unterzeichnen Sie auch unsere Petition gegen die Plastikflut!

4.) Ausflugsboote und Jet-Skis stören Meerestiere

Gerne nutzen Touristen Ausflugboote und Jet-Skis um Abwechslung in den Strandurlaub zu bringen. Die Lärmbelastung durch Boote und Jet-Skis ist insbesondere für Wale und Delfine ein gewaltiges Problem. Vor allem sensible Verbreitungsgebiete sollten vermieden werden! Denn Zusammenstöße z.B. mit Meeresschildkröten enden für die Tiere meist tödlich. Walen und Delfinen sollte man generell sehr vorsichtig und nur mit genügend Abstand begegnen, um nicht ihre Reiseroute zu kreuzen oder sie zu einer Richtungsänderung zu zwingen!

Was können Sie tun? Nicht alle Touranbieter setzen auf verantwortungsvolle Praktiken. Erkundigen Sie sich über die Anbieter. Fragen Sie, ob es Kriterien gibt, die eingehalten werden um sicherzustellen, dass die Tiere nicht gestört werden und entscheiden Sie sich für Qualität vor Preis! Und natürlich beachten Sie unbedingt etwaige Fahrverbote oder Geschwindigkeitsbeschränkungen, wenn Sie selbst fahren.

5.) Sonnencreme: neue Bedrohung für das Mittelmeer

Gerade am Meer möchten wir unsere Haut vor der Sonne schützen. Leider sind sie meisten herkömmlichen Sonnencremes auch eine große Belastung für die Umwelt, denn sie basieren auf chemischen UV-Filtern wie Octocrylen oder Oxybenzon. Italienische Ökologen von der Universität Bologna zeigten erst kürzlich, dass Octocrylen in der Adria mittlerweile Spitzenwerte erreicht. Kein synthetischer Sonnenschutz wird dort so häufig im Meeresboden gefunden, wie dieser. Zugleich steht die Substanz unter Verdacht, sich negativ auf das Wachstum von Meeresorganismen auszuwirken. Octocrylen ist nämlich ein wasserunlöslicher Stoff und kann nur schwer abgebaut werden. Daher reichert er sich in Organismen und an Oberflächen an.

Was also tun? Möglichst meeresfreundliche (reef safe) Sonnencreme kaufen. Hinweise dazu sollten auf der Verpackung stehen, oder Sie informieren sich auf Ökotest, beim VKI oder ähnlichen Plattformen. Sonnencreme immer gut einziehen lassen bevor man ins Meer geht, auch wenn „wasserfest“ auf der Packung steht. Beim Schnorcheln am besten UV-Shirts verwenden. Und natürlich: lieber im Schatten bleiben.

6.) Grün-braune Fäden sind normal

Vielleicht haben Sie schon einmal diese bräunlichen Fäden bemerkt, die durch die Wellen an den Strand gespült werden. Das sind Blätter des Seegrases! Seegraswiesen sind ein ganz wichtiger und gefährdeter Lebensraum, der vielen Arten wie zum Beispiel dem Seepferdchen, eine Heimat bieten. Seegraswiesen bieten Schutz für Küstengebiete, weil sie Erosion verhindern. Sie sind ein wichtiger CO2-Speicher und auch Kinderstube für zahlreiche Fische! Leider gingen die Seegraswiesen in den vergangenen 50 Jahren um 34% zurück.

7.) Der Fisch im Strandlokal wurde wahrscheinlich importiert

Calamari Fritti, Pasta mit Meeresfrüchten, gegrillte Garnelen: für viele Menschen gehören Fischgerichte zum mediterranen Flair und zum Urlaubsgenuss dazu. Dazu stellen wir uns vor, dass der Fisch erst am Morgen von den lokalen Fischern aus dem Meer geholt wurde. Dem ist leider oft nicht so, denn schon zu Beginn der Urlaubssaison hat Europa seine eigenen Fischressourcen aufgebraucht.Statistisch gesehen ist Europa ab dem 9. Juli von Fisch-Importen abhängig. Denn unser Appetit auf Fisch ist weit größer als das, was unsere Meere & die europäischen Zuchtbetriebe hergeben können.

Was können Sie also tun? Genießen Sie Fisch als Delikatesse und nicht als alltägliches Gut. Fragen Sie den Kellner wo der Fisch herkommt und wie er gefischt wurde. Verwenden Sie den WWF Fischratgeber um die bestmögliche Wahl zu treffen.

Übrigens: Für diejenigen, welche das Mittelmeer inzwischen zu warm, schmutzig und unübersichtlich geworden ist, habe ich einen Reisetip. Das schwarze Meer bei Varna oder Burgas oder Nizebre. Also Bulgarien. Eine wunderschöne Gegend sage ich Ihnen!

Über Hans-Georg Peitl, Pastor bei Die Templer - Patriotische Christen Österreichs (TCÖ)

.) Pastor bei Die Templer - Patriotische Christen Österreichs (TCÖ) .) Outreach Manager der Living Hands .) Herausgeber und Journalist beim Liberalen Boten
Dieser Beitrag wurde unter Begrüssung veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.