Im Leben Jeremias wurde es, wie auch im Leben seines Volkes, …

Bischof Oliver Gehringer

Im Leben Jeremias wurde es, wie auch im Leben seines Volkes, das der Katastrophe entgegenging, immer dunkler.

Er musste das Volk, das er liebte, ständig warnen und ihm das Gericht ansagen.

Dafür erntete er nicht nur Hohn und Feindschaft, sondern er entfachte einen Sturm der Gewalt.

Die heutige Lesung gehört zu den sogenannten „Bekenntnissen“ des Jeremia.

Man müsste den ganzen Text lesen, um die Bitterkeit zu spüren, die sich im Herzen des Propheten angesammelt hat.

Dann wird einem die Bitte um Rache auch weniger befremden.

Denn nicht Hass spricht daraus, sondern unbewältigter Schmerz und die Gewissheit des Propheten, dass Gott auf seiner Seite steht.

Doch wie hört sich ein solcher Text für einen Menschen an, der sich in einer Situation befindet wie Jeremia?

Die Befreiungstheologie entsprang einer solchen Situation.

Christen in Unterdrückung interpretierten das Wort Gottes nicht nur als eine Verheißung für das Jenseits, sondern suchten nach einer Veränderung des Diesseits aus der Kraft des Wortes Gottes.

In gesicherten Verhältnissen deutet man die Lesung als theologischen Text, der das Leiden Christi prophetisch voraussieht.

Für Menschen, die „das Leben des Armen“ nicht nur auf Jesus beziehen, sondern am eigenen Leib erfahren, bekommt dieser Text auf ganz andere Weise noch einmal eine prophetische Aussage: „Singt dem Herrn, rühmt den Herrn; denn er rettet mein Leben aus der Hand des Übertäters!“

Solange die Liebe der Antrieb dazu ist, und man nicht um Vergeltung gegenüber der Übeltäter bittet, sondern um Wandlung des Herzens, des eigenen und den des anderen, ist es ja auch gut.

Aber das müssen wir wohl auch noch lernen! (BOG)

Über Hans-Georg Peitl, Präsident

.) Obmann von Die Templer - Patriotische Christen Österreichs (TCÖ) .) Outreach Manager der Living Hands .) Leiter des Missionswerks: Die Templer - Jesus Freaks für Erwachsene .) Herausgeber des Liberalen Boten "Voice4Jesus" .) Autor der Bücher "Von Templern, Freimaurern und Illuminaten", "König Jesus, ein König der kein Herrscher sein wollte", "Evangelisation im Computerzeitalter", "Kaisertum Österreich-als republikanischer Gedanke", "Das Haus Behaghel - Von Strikter Observanz, den Stuarts und Madame Pomapadoure" und "Das patriotische Manifest der Templer"
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