Der europäische Zusammenhalt erholt sich nach Krisenjahren wieder

  • Der neue EU-Kohäsionsmonitor präsentiert 20.000 Datenpunkte zum europäischen Zusammenhalt und bietet interaktive Profile für die 28 EU-Mitgliedstaaten und 12 Ländergruppen.
  • Die Ergebnisse zeigen, dass die allgemeinen Bindungskräfte der Europäischen Union wieder zu einem seit dem Vorkrisenjahr 2007 noch nicht dagewesenen Stärke-Niveau zurückgekehrt sind und tatsächlich sogar noch stärker geworden sind.
  • Der Wahlerfolg der antieuropäischen Parteien legt jedoch nahe, dass das politische und soziale Umfeld für den Zusammenhalt in Europa weiterhin fragil ist.

BERLIN, 11. April 2019 | Heute veröffentlicht der Europäische Rat für auswärtige Beziehungen (ECFR) den EU-Kohäsionsmonitor. Dieser Index analysiert die Erfahrungen, Einstellungen, Überzeugungen und das Wohlergehen der EU-Bürger (individueller Zusammenhalt) sowie die Verbindungen und Praktiken der einzelnen Mitgliedstaaten innerhalb der EU (struktureller Zusammenhalt) seit 2007.

Der interaktive Datenexplorer stellt die 28 Mitgliedstaaten und 12 Ländergruppen unter die Lupe. Der Index kombiniert 42 Faktoren, die aus offiziellen Quellen wie Eurobarometer und Eurostat stammen, um zehn Indikatoren zu erstellen, die den Zusammenhalt der EU messen. Die Nutzer können die Kohäsionstrends für jedes Jahr bis ins Jahr 2007 zurückverfolgen.

Gesamtergebnis: 

Im Aufwind:

  • Der europäische Zusammenhalt erholt sich nach mehreren Jahren der Krise.
  • Siebzehn Länder haben einen höheren Kohäsionswert als 2007, wobei neun Länder sowohl im individuellen als auch im strukturellen Zusammenhalt wachsen.
  • Insgesamt ist der Zusammenhalt in Luxemburg, Belgien, Estland, Litauen und Malta am stärksten.
  • Die größten Gesamtsieger sind Malta und Portugal, die sich nach schwierigen Jahren zwischen 2011 und 2013 stark erholten.
  • Die baltischen Staaten übertreffen ihre östlichen und mitteleuropäischen Nachbarn und zum Teil auch die westeuropäischen Länder hinsichtlich des individuellen und strukturellen Zusammenhalts.
  • Die ost- und mitteleuropäischen Staaten erzielten große Fortschritte beim strukturellen Zusammenhalt.

Auf der Folie:

  • Lediglich in fünf Ländern war seit 2007 ein Rückgang des individuellen und strukturellen Zusammenhalts zu verzeichnen: Zypern, Dänemark, Griechenland, das Vereinigte Königreich und Spanien.
  • Griechenland verzeichnete den dramatischsten Rückgang des allgemeinen Zusammenhalts, getrieben durch den Zusammenbruch des individuellen Zusammenhalts.
  • Der individuelle Zusammenhalt in Italien und Frankreich ist im letzten Jahrzehnt erheblich zurückgegangen.
  • Obwohl die Visegrád-Gruppe (die Tschechische Republik, die Slowakei, Ungarn und Polen) einen erheblichen Anstieg des strukturellen Zusammenhalts verzeichnete, ging der individuelle Zusammenhalt im letzten Jahrzehnt erheblich zurück.

EU-Kohäsionsmonitor Radar EU28

Der doppelte Einbruch in die Krise

Die Auswirkungen der Finanz- und Staatsschuldenkrise sowie der Debatte über die europäische Migrationspolitik zeigen sich deutlich in der Zeitreihe. Der EU-Kohäsionsmonitor zeigt für die meisten Länder 2011 und für einige Länder 2015 Einbußen in der individuellen Kohäsionsdimension.

Diese Verluste bei der individuellen Kohäsion werden durch den Indikator ‚Engagement‘ bestimmt. Der Indikator spiegelt die Leistung der euroskeptischen Parteien und der Parteien gegen die EU sowie die Wahlbeteiligung bei nationalen und europäischen Wahlen wider. Es besteht ein klarer Zusammenhang zwischen der Debatte über die europäische Migrationspolitik nach 2015 und der zunehmenden Unterstützung nationalistischer Parteien in ganz Europa. Jeder Wahlerfolg der antieuropäischen Parteien deutet darauf hin, dass das politische und soziale Umfeld für den Zusammenhalt in Europa weiterhin fragil ist.

Josef Janning, Senior Policy Fellow und Leiter des ECFR-Büros in Berlin, sagte: 

„Langfristig haben sich strukturelle Kohäsionsfaktoren in Krisen als ziemlich stabil erwiesen, während einzelne Faktoren viel mehr Volatilität aufweisen. Einstellungen und Erfahrungen der Bürger sind der Schlüssel zur Sicherung des Zusammenhalts: Wenn sich die Menschen von Europa abwenden, können Handel und Finanzierung den Verlust nicht ausgleichen. Wenn die Menschen jedoch einen starken Zusammenhalt zeigen, kann eine schwere strukturelle Krise überwunden werden. “

Almut Möller, Senior Policy Fellow und Leiter des Berliner Büros von ECFR, sagte: 

„Die Stärkung des Zusammenhalts war von Anfang an ein zentrales Ziel der europäischen Integration. Es ist jedoch erstaunlich wenig Wissen darüber vorhanden, wie die Länder und Gesellschaften der EU zusammengehalten werden. Auf der Grundlage substanzieller Daten bildet der EU-Kohäsionsmonitor die Entwicklung der Kohäsion in jeder Gesellschaft ab. Es erzählt uns Geschichten darüber, wie wir den Zusammenhalt in jedem EU-Mitgliedstaat (wieder) stärken können. “

ECFR misst den europäischen Zusammenhalt seit 2015. Frühere Versionen des Kohäsionsmonitors wurden in den Jahren 2016 und 2018 veröffentlicht. Diese neue Ausgabe wurde methodisch verbessert und enthält aktualisierte sowie neue Daten. In den kommenden Wochen wird ECFR tiefere Analysen und Kommentare zu verschiedenen Themen veröffentlichen, die auf der Visualisierung des Monitors aufbauen.

Der Zugang zum EU-Kohäsionsmonitor und den ihm zugrunde liegenden Daten wird kostenlos angeboten. Journalisten und Forscher können die Daten gerne für ihre eigenen Analysen verwenden.

Der EU-Kohäsionsmonitor ist Teil des ECFR-Datenprojekts Rethink: Europe, das von der Stiftung Mercator finanziert wird.

ENDS


Hinweis an die Redaktion

Der interaktive Datenexplorer EU-Kohäsionsmonitor wird am 11. April 2019 unter www.ecfr.eu/eucohesionmonitor gestartet .

Downloads:

Laden Sie das interaktive PDF (36 MB) hier herunter: https://www.ecfr.eu/page/ECFR281_EU_COHESION_MONITOR_2019.pdf

ECFR-Experten, die an dem Projekt arbeiten, sind:

Für Interviewanfragen wenden Sie sich bitte an Wiebke Ewering, ECFR Communications Officer,   wiebke.ewering@ecfr.eu, Tel .: +49 30 325 051 027, +49 17642065425, oder das Kommunikationsteam von ECFR unter press@ecfr.eu.


Der Europäische Rat für auswärtige Beziehungen (ECFR) ist der erste gesamteuropäische Think Tank. Das im Oktober 2007 gestartete Ziel besteht darin, in ganz Europa Forschungen durchzuführen und eine informierte Debatte über die Entwicklung einer kohärenten und wirksamen Außenpolitik auf der Grundlage von Werten zu fördern. ECFR ist eine unabhängige Wohltätigkeitsorganisation, die aus verschiedenen Quellen finanziert wird. Weitere Informationen finden Sie unter  www.ecfr.eu/about/donors

Über Hans-Georg Peitl, Initiator der ÖSTERREICHISCHEN ALTERNATIVE

.)Initiator der ÖSTERREICHISCHEN ALTERNATIVE (Einer Plattform aus VOLG - Vereinigung Österreichs Liberaler Grüner, Obdachlose in der Politik (ODP), Christlich Liberale Plattform (CLP) und Die Templer - Patriotische Christen Österreichs (TCÖ)) .) Reichsritter des Ordo Templi Liberalis .) Herausgeber des Liberalen Bote .) Autor von zahlreichen Büchern
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