Das Buch Ijob (Job, Hiob) will nicht Geschichte erzählen

Bischof Oliver Gehringer

Das Buch Ijob (Job, Hiob) will nicht Geschichte erzählen, sondern „Weisheit“ lehren, nicht in der gelassenen Rede des Vaters oder Lehrers, sondern in besonderer Art der Auseinandersetzung mit Fragen und Zweifeln. Deshalb war dieses Buch immer zeitgemäß. Vom „Dulder Ijob“ und von „Hiobsbotschaften“ hat jeder gehört, und der Satz am Ende der heutigen Lesung ist bekannt: „Der Herr hat gegeben, der Herr hat genommen; gelobt sei der Name des Herrn.“

Für Ijob war die Sache keineswegs so klar wie für den Leser von heute, der von Anfang an weiß, was „gespielt“ wird.

Eine unglaubliche Szene spielt sich da im Himmel ab: Gott hat eingeladen, unter den Gästen ist auch Satan.

„Satan“ bedeutet auf Hebräisch „anfeinden“.

Satan agiert mit einer zerstörerischen Dynamik, die ein gelingendes Leben verhindern will.

Satan ist hier nicht als konkrete Person zu denken, eher als Summe menschlicher Bosheit, deren Macht Menschen nicht so leicht entgehen können.

Das bestätigt Satan, wenn er schildert, wie er die Erde durchstreift habe.

Die Zeiten des Paradieses, in denen Gott sich auf der Erde erging, sind vorbei.

Dennoch stellt sich die Frage, warum Gott Ijob dem Satan so ausliefert.

Ist es ein Machtkampf zwischen beiden und Ijob ihr Opfer?

Ijob soll Gottes Beweis sein, dass es nicht nur Ich-Bezogenheit unter den Menschen gibt.

Die Erde hat Gott nicht als einen Vorgeschmack der Hölle konzipiert, sondern als einen Ort, der mit Leben, Liebe und Menschlichkeit gesegnet ist.

Das wird Jiob später mit seinen Freunden erfahren, mit ihnen ringt er um die Lösung seiner Fragen.

Und diese Freunde schweigen mit ihm, leiden mit ihm und verweisen auf ihre Weise auf die Treue Gottes.

Ijob, der Mann furchtbarer Fragen, Klagen und Anklagen, wird nur durch die tiefste Erschütterung hindurch zu der einfachen und großen Haltung „meines Knechtes Ijob“ gelangen, der seinem Gott das Nehmen ebenso zugesteht wie das Geben.

Und wie halten wir es heute?

Gestehen wir Gott zu, dass er weiß was er tut und nehmen wir an, was er uns geben will, oder sind wir eher dazu geneigt, uns von ihm loszusagen, wenn nicht immer alles so in unserem Leben läuft, wie wir es uns vorstellen oder uns wünschen?

Eine interessante Frage, die jeder für sich beantworten muss! (BOG)

Über Hans-Georg Peitl, Präsident

.) Obmann der Vereinigung Österreichs Liberaler Grüner (VOLG) .) Präsident der Obdachlosen in der Politik (ODP) .) Präsident des Ordo templis liberalis - Die Templer - Humanistische Union Liberaler Entwicklung .) Herausgeber des Liberalen Boten "Voice of Jesus" .) Autor der Bücher "Von Templern, Freimaurern und Illuminaten", "König Jesus, ein König der kein Herrscher sein wollte" und "Evangelisation im Computerzeitalter"
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