Franz Jägerstätter: Pro und Contra – Selig sind die Frieden stiften?

Mt. 5,9
Selig sind die Frieden stiften. Denn sie werden Kinder Gottes heissen.

Eine wirklich berechtigte Anfrage im Bezug auf Franz Jägerstätter, der den Wehrdienst aber auch Beförderungen unter dem Nazi-Regime von 1933 an verweigerte, habe ich gestern erhalten. Weil dieser von der röm-kath. Kirche selig gesprochen wurde.

Streitfall Hubert Keyl

Der neue oberste Richter Hubert Keyl habe die Meinung vertreten, er wäre ein Verräter gewesen.

So das es nun zur Diskrepanz der Bundesregierung und der Kirche kommt! Seligsprechung gegen Verräter.

Und nun erwarte man von uns eine Stellungnahme.

Wie denn die Vereinigung Österreichs Liberaler Grüner (VOLG) zu diesen Ereignissen steht.

Und ich muss sagen, dass diese Frage gar nicht so leicht zu beantworten ist! Denn im ersten Moment neigt man dazu, einfach  zu sagen:

Absolut in Ordnung!

Ja, der Franz Jägerstätter ist ein Märtyrer. Und das sollte man durchaus würdigen. Aber:

Warum er wohl Bürgermeister hätte werden sollen?

Oder: Warum er Beförderungen und Auszeichnungen ablehnen konnte, so wie das Wikipedia behauptet?

Wikipedia: Franz Jägerstätter

Wie also war denn tatsächlich das Verhältnis von Franz Jägerstätter zu den Nazis?

Und: Ist daher eine Seligsprechung wirklich in Ordnung?

Es ist aber auch einmal ein guter Zeitpunkt um über das Christentum als Friedensreligion nachzudenken.

Friedensreligion Christentum?

Der christliche Glaube ist eine Friedensreligion!

Das wird einem bestimmt ein jeder Christ bestätigen können.

Und das unterscheidet ihn, so werden die Islam Kritiker einem erklären vom Islam.

Aber: War das schon immer so?

Und: Macht man damit nicht gerade der Herkunft des Christentums, den Juden, schaut man sich das Alte Testament an, die grössten Vorwürfe?

Apg 24,14
Das bekenne ich dir aber, dass ich nach dem Weg, den sie eine Sekte nennen, dem Gott meiner Väter so diene, dass ich allem glaube, was geschrieben steht im Gesetz und in den Propheten.

Das Alte Testament

Und weil das Alte Testament ganz eine andere Sprache spricht, daher könnte es einem durchaus passieren, dass jemand der die ganze Bibel kennt, meint:

Ah so. Ich habe da etwas ganz Anderes gelesen!

Die Bibel handelt immer und immer wieder von Gott gewolltem Krieg!

Wie ich also in der Situation von Franz Jägerstätter reagieren würde?

Ich weiss es nicht!

Frage der Berichterstattung

Nun! Für meine Person nicht wirklich ein Problem! Ich bin Journalist. Da geht es um die Kriegsberichterstattung.

Alle von uns!

Denn: Wir sind eine Journalistengewerkschaft!

So das wir uns eigentlich nur entscheiden müssten, auf welcher Seite wir medial eingreifen. Was aber die Christen an sich betrifft:

So kann ich denen, die behaupten, das Christentum wäre nicht immer eine Friedensreligion gewesen, eigentlich nicht widersprechen. Denn: Es ist eine Ableitung des Judentums. Und wir finden auch im Neuen Testament hierzu eine Entwicklungsgeschichte.

Bis ins Mittelalter hinein, bis zu den Kreuzzügen, gab es ja auch immer wieder militante Christen.

Und: Wurde der Religionskrieg in Irland nicht zwischen zwei christlichen Gruppierungen geführt?

Auch dort standen beide Gruppen fest auf dem Boden der Bibel!

Obwohl uns der 5.Mose 5,17 doch klar deklariert:

5.Mose 5,17
Du sollst nicht töten.

Gott und der Eroberungsfeldzug

Du sollst nicht töten! Trotz von Gott beauftragter Eroberungsfeldzüge?

Josua 1,1-18
Vorbereitung für den Einzug in das verheißene Land
1 Nachdem Mose, der Knecht des HERRN, gestorben war, sprach der HERR zu Josua, dem Sohn Nuns, Moses Diener:  2 Mein Knecht Mose ist gestorben; so mach dich nun auf und zieh über den Jordan, du und dies ganze Volk, in das Land, das ich ihnen, den Israeliten, gebe. 3 Jede Stätte, auf die eure Fußsohlen treten werden, habe ich euch gegeben, wie ich Mose zugesagt habe. 4 Von der Wüste bis zum Libanon und von dem großen Strom Euphrat bis an das große Meer gegen Sonnenuntergang, das ganze Land der Hetiter, soll euer Gebiet sein. 5 Es soll dir niemand widerstehen dein Leben lang. Wie ich mit Mose gewesen bin, so will ich auch mit dir sein. Ich will dich nicht verlassen noch von dir weichen. 6 Sei getrost und unverzagt; denn du sollst diesem Volk das Land austeilen, das ich ihnen zum Erbe geben will, wie ich ihren Vätern geschworen habe. 7 Sei nur getrost und ganz unverzagt, dass du hältst und tust in allen Dingen nach dem Gesetz, das dir Mose, mein Knecht, geboten hat. Weiche nicht davon, weder zur Rechten noch zur Linken, auf dass du es recht ausrichten kannst, wohin du auch gehst. 8 Und lass das Buch dieses Gesetzes nicht von deinem Munde kommen, sondern betrachte es Tag und Nacht, dass du hältst und tust in allen Dingen nach dem, was darin geschrieben steht. Dann wird es dir auf deinen Wegen gelingen, und du wirst es recht ausrichten. 9 Habe ich dir nicht geboten: Sei getrost und unverzagt? Lass dir nicht grauen und entsetze dich nicht; denn der HERR, dein Gott, ist mit dir in allem, was du tun wirst. 10 Da gebot Josua den Amtleuten des Volks und sprach:11 Geht durch das Lager und gebietet dem Volk und sprecht: Schafft euch Vorrat; denn nach drei Tagen werdet ihr hier über den Jordan gehen, dass ihr hineinkommt und das Land einnehmt, das euch der HERR, euer Gott, zum Besitz gibt. 12 Und zu den Rubenitern, Gaditern und dem halben Stamm Manasse sprach Josua: 13 Denkt an das Wort, das euch Mose, der Knecht des HERRN, geboten hat: Der HERR, euer Gott, bringt euch zur Ruhe und gibt euch dieses Land. 14 Eure Frauen und Kinder und euer Vieh lasst im Land bleiben, das euch Mose gegeben hat, östlich des Jordans. Ihr aber sollt, so viele von euch streitbare Männer sind, vor euren Brüdern gerüstet hinüberziehen und ihnen helfen, 15 bis der HERR eure Brüder auch zur Ruhe bringt wie euch, dass auch sie einnehmen das Land, das ihnen der HERR, euer Gott, gibt. Dann sollt ihr zurückkehren in euer Land, das euch Mose, der Knecht des HERRN, zum Besitz gegeben hat östlich des Jordans, gegen den Aufgang der Sonne. 16 Und sie antworteten Josua und sprachen: Alles, was du uns geboten hast, das wollen wir tun, und wo du uns hinsendest, da wollen wir hingehen. 17 Wie wir Mose gehorsam gewesen sind, so wollen wir auch dir gehorsam sein. Möge nur der HERR, dein Gott, mit dir sein, wie er mit Mose war! 18 Wer deinem Mund ungehorsam ist und nicht gehorcht deinen Worten in allem, was du uns gebietest, der soll sterben. Sei nur getrost und unverzagt!

Ja selbst in Sodom und Gomora sich entschlossen hat, wieder sauber zu machen. Und eine Sintflut gesendet hat.

Und Jesus, der uns als Friedensbringer gepredigt wird?

Jesus der Friedensbringer

Auch der kennt andere Botschaften. Botschaften vom Schwert.

Mt 10,34
Ihr sollt nicht meinen, dass ich gekommen bin, Frieden zu bringen auf die Erde. Ich bin nicht gekommen, Frieden zu bringen, sondern das Schwert.

Vom Kauf von Schwertern:

Lk 22,36
Da sprach er zu ihnen: Aber nun, wer einen Geldbeutel hat, der nehme ihn, desgleichen auch eine Tasche, und wer’s nicht hat, verkaufe seinen Mantel und kaufe ein Schwert.

Von einer militanten Einstellung der Jünger:

Lk 22,49
Als aber, die um ihn waren, sahen, was geschehen würde, sprachen sie: Herr, sollen wir mit dem Schwert dreinschlagen?

Und von der Überlegung der Unterlegenheit:

Joh 18,11
Da sprach Jesus zu Petrus: Steck das Schwert in die Scheide! Soll ich den Kelch nicht trinken, den mir der Vater gegeben hat?

Mt 26,52
Da sprach Jesus zu ihm: Stecke dein Schwert an seinen Ort! Denn wer das Schwert nimmt, der wird durchs Schwert umkommen.

Die Bergpredigt

Aber ist dies wirklich ein Aufruf zur Gewaltlosigkeit?

Eigentlich bei Jesus noch nicht! Auch wenn man eine ganze Reihe von Stellen findet, die das Gegenteil belegen:

Mt 5,39
Ich aber sage euch, dass ihr nicht widerstreben sollt dem Bösen, sondern: Wenn dich jemand auf deine rechte Backe schlägt, dem biete die andere auch dar.

Mt 5,43-48
Von der Feindesliebe
43 Ihr habt gehört, dass gesagt ist: »Du sollst deinen Nächsten lieben« (3. Mose 19,18) und deinen Feind hassen. 44 Ich aber sage euch: Liebt eure Feinde und bittet für die, die euch verfolgen, 45 auf dass ihr Kinder seid eures Vaters im Himmel. Denn er lässt seine Sonne aufgehen über Böse und Gute und lässt regnen über Gerechte und Ungerechte. 46 Denn wenn ihr liebt, die euch lieben, was werdet ihr für Lohn haben? Tun nicht dasselbe auch die Zöllner? 47 Und wenn ihr nur zu euren Brüdern freundlich seid, was tut ihr Besonderes? Tun nicht dasselbe auch die Heiden? 48 Darum sollt ihr vollkommen sein, wie euer himmlischer Vater vollkommen ist.

Und eben auch die zentrale Bibelstelle des Friedens:

Mt. 5,9
Selig sind die Frieden stiften. Denn sie werden Kinder Gottes heissen.

Paulus bringt den Frieden

Der wirkliche Friede in die Bibel kehrt dann allerdings erst mit Paulus ein, der so wie der den unbekannten Gott in Athen anders deutet, auch die Rüstung des Christen anders deutet.

Epheser 6,10-20
Die geistliche Waffenrüstung
10 Zuletzt: Seid stark in dem Herrn und in der Macht seiner Stärke. 11 Zieht an die Waffenrüstung Gottes, damit ihr bestehen könnt gegen die listigen Anschläge des Teufels.12 Denn wir haben nicht mit Fleisch und Blut zu kämpfen, sondern mit Mächtigen und Gewaltigen, mit den Herren der Welt, die über diese Finsternis herrschen, mit den bösen Geistern unter dem Himmel. 13 Deshalb ergreift die Waffenrüstung Gottes, damit ihr an dem bösen Tag Widerstand leisten und alles überwinden und das Feld behalten könnt.14 So steht nun fest, umgürtet an euren Lenden mit Wahrheit und angetan mit dem Panzer der Gerechtigkeit 15 und beschuht an den Füßen, bereit für das Evangelium des Friedens.16 Vor allen Dingen aber ergreift den Schild des Glaubens, mit dem ihr auslöschen könnt alle feurigen Pfeile des Bösen, 17 und nehmt den Helm des Heils und das Schwert des Geistes, welches ist das Wort Gottes. 18 Betet allezeit mit allem Bitten und Flehen im Geist und wacht dazu mit aller Beharrlichkeit und Flehen für alle Heiligen 19 und für mich, dass mir das Wort gegeben werde, wenn ich meinen Mund auftue, freimütig das Geheimnis des Evangeliums zu verkündigen, 20 dessen Bote ich bin in Ketten, dass ich mit Freimut davon rede, wie ich es muss.

Seligsprechung Franz Hägerstätter

Wie wir also zur Seligsprechung von Franz Jägerstätter stehen, hat mich gestern jemand gefragt und ich muss bekennen:

Ich finde sie richtig. Wobei man sich fragen sollte, ob dann ein Gang in den Widerstand gegen die Nazis nicht noch wirkungsvoller gewesen wäre!

Es nicht 1933 anstatt der Begrüßung eher Abwehrmaßnahmen bedurft hätte!

Denn: Es kann nicht um die Frage, darf der Christ wehrhaft sein, oder nicht gehen, wir sind durchaus für die Verteidigung der Neutralität notfalls auch mit Waffengewalt, sondern darum, ob man wirklich eine jede Ideologie unterstützen muss.

1Petr 5,8-9
8 Seid nüchtern und wacht; denn euer Widersacher, der Teufel, geht umher wie ein brüllender Löwe und sucht, wen er verschlinge. 9 Dem widersteht, fest im Glauben, und wisst, dass ebendieselben Leiden über eure Brüder und Schwestern in der Welt kommen.Dem widersteht, fest im Glauben, und wisst, dass ebendieselben Leiden über eure Brüder und Schwestern in der Welt kommen.

Findet Ihr nicht?

Amen!

Über Hans-Georg Peitl, Präsident

.) Obmann der Vereinigung Österreichs Liberaler Grüner (VOLG) .) Präsident der Obdachlosen in der Politik (ODP) .) Präsident des Ordo templis liberalis - Die Templer - Humanistische Union Liberaler Entwicklung .) Herausgeber des Liberalen Boten "Voice of Jesus" .) Autor der Bücher "Von Templern, Freimaurern und Illuminaten", "König Jesus, ein König der kein Herrscher sein wollte" und "Evangelisation im Computerzeitalter"
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