Ezechiel, der sichtbare Prophet

Bischof Oliver Gehringer

Bei Ezechiel wird stärker als bei anderen Propheten eine Seite des prophetischen Amtes sichtbar, die man mit dem Wort „Seelsorge“ bezeichnen kann, sofern man darunter die Lebenshilfe durch mahnenden, warnenden und tröstenden Zuspruch verstehen.

Zu Ezechiels Zeit stellte sich einem stark individuellen Bewusstsein die Frage nach dem Anteil des einzelnen an der Schuld und Verantwortung des Volkes.

Die grundsätzliche Antwort des Propheten:

Jede Generation und jeder Mensch ist für sich selbst verantwortlich.

Unter den exilierten Juden zur Zeit Ezechiels macht eine Redensart die Runde:

„Die Väter essen saure Trauben und den Söhnen werden die Zähne stumpf!“

Darin wird behauptet, die Vätergeneration habe schmählich versagt.

Obwohl unschuldig, müsse die gegenwärtige Generation nun darunter leiden.

Dieser Sicht widerspricht die Gottesrede vehement und betont dazu, dass die aktuelle Krise nicht durch Schuldzuweisungen gelöst werden kann, sondern nur durch Einsicht und Umkehr.

Schließlich hat jede Generation ihren Bezug zu Gott, der ihr einen Freiraum eröffne, den sie selbstständig und verantwortlich gestalten soll.

Ganz wichtig ist hier die Zusage Gottes, dass er immer die Chance für einen Neubeginn offenhält, ihn so auch fördert und den Menschen ans Herz legt.

Vonseiten des Volkes wird allerdings auch der entscheidende Schritt „eingefordert“, ein Lippenbekenntnis alleine reicht da nicht aus.

Einmal mehr erweist sich Gott als ein Gott des Lebens und der Liebe, der Güte und der Barmherzigkeit, der die Seinen geradezu flehentlich aufruft:

„Werft alle Vergehen von euch, die ihr verübt habt! Kehrt um! Schafft euch ein neues Herz und einen neuen Geist!!“

Auch heute ist jede Schuldzuweisung an die „Eltern“ wertlos und nichtig – wir hätten daraus lernen sollen, für unser eigenes Leben.

Ausreden haben noch nie etwas gebracht, außer sich selbst zu belügen und Verantwortung in die Hände anderer abzugeben.

Was in Zukunft aus der Welt werden wird, das liegt auch in unseren Händen – und diese Verantwortung nimmt uns keiner weg.

Nur der Glaube kann uns da den richtigen Weg zeigen, wenn wir auch hinsehen wollen! (BOG)

Über Hans-Georg Peitl, Präsident

.) Obmann der Vereinigung Österreichs Liberaler Grüner (VOLG) .) Präsident der Obdachlosen in der Politik (ODP) .) Präsident des Ordo templis liberalis - Die Templer - Humanistische Union Liberaler Entwicklung .) Herausgeber des Liberalen Boten "Voice of Jesus" .) Autor der Bücher "Von Templern, Freimaurern und Illuminaten", "König Jesus, ein König der kein Herrscher sein wollte" und "Evangelisation im Computerzeitalter"
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