Jeremia und die Töpferwerkstatt

Bischof Oliver Gehringer

„Warum gerade dort?“, mag sich Jeremia gedacht haben, nachdem Gott ihn zu einer Töpferwerkstatt bestellt hatte, um ihm sein Wort zu verkünden.

Der Prophet war von seinem Gegenüber ja schon einiges gewohnt.

Deshalb war er wohl gespannt, was ihn dieses Mal erwarten würde.

Im Haus des Töpfers angekommen, schaut er dem Mann bei seiner alltäglichen Arbeit zu.

Dass nicht jedes Gefäß gleich auf Anhieb die gewünschte Form bekam, war kaum überraschend.

Weil der Ton aber noch weich und formbar war, konnte der versierte Töpfer im Handumdrehen etwas Neues daraus herstellen. Wo bitte war das Problem?

Mitten in der Betrachtung dieses alltäglichen Vorgangs ergreift Gott das Wort und hebt ihn auf eine neue Bedeutungsebene: Gott hat die souveräne Schöpfermacht.

Er kann mit dem Haus Israel verfahren, wie er es will und für richtig hält.

Was sollte Jeremia davon halten?

Wollte Gott den Akzent auf die Zerstörung des Misslungenen legen oder wollte er positiv so seinen unbedingten Willen zu etwas Wohlgestaltetem ausdrücken?

Eine durchaus schwierige Frage.

Vielleicht dachte Jeremia in diesem Moment an seine ganz persönliche Geschichte mit Gott und daran, wie er diesen Gott immer wieder erfahren hatte.

Ja, genau hier würde er eine Antwort finden.

Und auch wir können daraus die Antwort für unsere eigene Lebensfrage ableiten.

Wir sind wie „Ton“ in der Hand des Töpfers, wir sind noch formbar durch die Hand Gottes, damit aus dem, was noch nicht die richtige Form hat, etwas Neues entstehen kann.

So sanft und bestimmt wie der Töpfer es angeht, so geht es auch Gott mit uns an.

Zeit spielt dabei keine Rolle und hat für Gott auch keine Bedeutung, denn er ist schließlich der Herr der Zeit und der Ewigkeit! (BOG)

Über Hans-Georg Peitl, Präsident

.) Präsident der Obdachlosen in der Politik (ODP) .) Präsident des Ordo templis liberalis - Die Templer - Humanistische Union Liberaler Entwicklung .) Herausgeber des Liberalen Boten "Voice of Jesus" .) Autor der Bücher "Von Templern, Freimaurern und Illuminaten", "König Jesus, ein König der kein Herrscher sein wollte" und "Evangelisation im Computerzeitalter"
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