Anneliese Hartinger-Klein: Überleben mit 150 EUR pro Monat?

Auch wenn ich der derzeitigen Sozialministerin Aneliese Hartinger-Klein ungern in ihrer Begeisterung widersprechen will, liebe Freunde, insbesondere schon nicht, weil sie mit meinem ehemaligen Bibelschul-mitschüler Andreas Klein verheiratet ist, so muss ich dennoch sagen, dass ich mich über das neue Angebot, man solle doch in Österreich mit EUR 150,- pro Monat überleben können, etwas wundere. Etwas wundere, weil ich ja jeden Tag mit Armutsfällen zu tun habe.

Kleine Zeitung: Stimmen Sie ab: Kann man wie die Ministerin sagt von EUR 150,- pro Monat leben?

Nein, ich bin als ehemaliger Bundesobmann der Obdachlosen in der Politik (ODP) tatsächlich über diese Aussage ein wenig überrascht.

Überrascht, weil ich immer wieder nach Wegen suche, wie Menschen möglichst günstig leben können. Mich frage, wie Menschen mit deutlich mehr als EUR 150,- pro Monat überleben können.

Notwendig bei einem durschnittlichen Mietvolumen von EUR 500,- und permanent steigenden Lebensmittel, Gas- und Stromkosten.

Nun, ja! Wie gesagt ich komme aus der Wiedereingliederungsarbeit!

Und daher kenne ich auch die Grundbedürfnisse. Selbst die der Obdachlosen.

Also:

Ein Obdachloser selbst zum Beispiel muss, damit er in Obdachlosenheimen in Wien übernachten dürfen, hierfür EUR 4,- pro Übernachtung zahlen.

Das sind also bei 30 Tagen 120,- EURO. Bei 31 Tagen 124,- EURO.

Muss darüber hinaus noch 1 EUR für den Löffel bei der Mahlzeit berappen.

Womit also in Monaten mit 30 Tagen die 150 EUR bereits aufgebracht, in Monaten mit 31 Tagen überstiegen wären.

Was hierbei aber noch gar nicht überlegt ist, ist zum Beispiel ein Frühstück, welches er in einem Obdachlosenheim nicht erhält, der Ankauf von Unterwäsche und Socken, welche es in der Wäschekammer einer GRUFT nicht gibt, etc.

Womit ich mir einmal denke, dass sich ein Obdachloser mit den von Anneliese Hartinger-Klein angebotenen EUR 150,- eher schwer täte.

Auch wenn sie sich dennoch in der öffentlichen Dusche der GRUFT duschen könnten. Nur eben ohne Zähne zu putzen oder Seife zu nutzen.

Sich allerdings mit Wasser und Tee, den zum Beispiel die GRUFT zur Verfügung stellt, laben könnten.

Nur eben immer nur am Abend, weil die Obdachlosenheime immer nur abends öffnen.

Tagsüber halt die öffentlichen Wasserspender aufsuchen müssten.

Ein Obdachloser hat es also schwer mit dem EUR 150,- auszukommen, weil auch nicht alle Obdachlosen in der GRUFT übernachten können.

Man in den anderen Heimen teilweise, siehe Gänsbachergasse, bis zu EUR 220,- pro Monat zahlt. Dafür hat man dort aber auch ein eigenes Zimmer.

Und wie schaut es mit einer eigenen Gemeindewohnung aus.

Nun, ich kenne schon Fälle, die günstige Gemeindewohnungen mit EUR 450,- haben und gleichzeitig noch eine Wohnbeihilfe erhalten.

So das sich letztlich nur EUR 270,- im Monat zahlen. Gas- und Strom noch nicht mitgerechnet.

Das wird aber alles mit EUR 150,- eher schwer zu bezahlen sein.

Bliebe noch das Zelt auf der Donauinsel.

Was allerdings leider nicht offiziell ist und mit Strafgebühren bis zu EUR 30,- am Tag verrechnet werden kann. Auch wenn die meisten Polizisten 1 bis 2 Tage darüber hinweg sehen.

Man müsste halt unheimlich oft übersiedeln.

Und alle Meschen auf der Donauinsel? Das wird auch eher schwierig!

Ich habe daher überhaupt nichts dagegen, wenn Anneliese Klein-Hartinger einen Weg gefunden hat, wie man in Österreich mit EUR 150,- pro Monat überleben kann.

Ich wäre nur interessiert zu erfahren: WO?

Wie wäre es, wenn sie uns dies einfach einmal als positives Beispiel vorführen würde?

Denn ich bin sicher, dass sämtliche Obdachlosen das gerne von ihr lernen!

Meint Ihr nicht?

Über Hans-Georg Peitl, Präsident

.) Obmann der Vereinigung Österreichs Liberaler Grüner (VOLG) .) Präsident der Obdachlosen in der Politik (ODP) .) Präsident des Ordo templis liberalis - Die Templer - Humanistische Union Liberaler Entwicklung .) Herausgeber des Liberalen Boten "Voice of Jesus" .) Autor der Bücher "Von Templern, Freimaurern und Illuminaten", "König Jesus, ein König der kein Herrscher sein wollte" und "Evangelisation im Computerzeitalter"
Dieser Beitrag wurde unter Begrüssung veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.