Familienbeihilfe auf Bulgarisch

Ein wenig verdutzt muss ich am gestrigen Tag wohl meine Frau wieder angeschaut haben, liebe Freunde, als sie mit dem ihr typischen Satz: „Die Österreicher sind ja so blöd!“ begonnen hat.

Nein, nein. Keine Sorge. Meine Frau hat nichts gegen Österreich.

Arbeit im Top-Restaurant

Auch nicht gegen Österreicher und Österreicherinnen. Da hat sie sich erst letzte Woche wieder gefreut, weil ihr jemand bei ihrer Dienststelle im SÖB-Top-Restaurant am Fleischmarkt als Küchenhilfe Schuhe brachte.

SÖB: Top-Lokal

Dort schimpft sie derzeit lieber über die Tschechen. Die den bereits fertig geputzten Boden noch einmal putzen. Ihr aus dem Regal die Zigaretten klauen. So das sie mit Rauchen bis zum Abend wartet.

Ihr Problem: Arbeitszeitvergeudung! Aus der guten alten Sicht Schiwkows einfach unmöglich!

Eine Zeit eben, in der man auf dem Hauptplatz, wenn man auf den Arzt wartete, weil man krank geschrieben war, gefragt wurde, warum man nicht in der Arbeit wäre!

Österreich und seine Gebietskrankenkassen

Nein, meine Frau hat nichts gegen Österreicher! Nun, vielleicht ein paar schlechte Erfahrungen. Einen bitteren Nachgeschmack. Weil man sie in den Privatkonkurs geschickt hat. Weil ihr eben die Wiener Gebietskrankenkasse im Ambulatorium am Wienerberg 8 gesunde Zähne zog. Weil man eine Zyste übersehen hatte. Zähne die keine Ursache bilden konnten. Die bis heute nicht wieder hergestellt sind.

Etwas das ein Gutachten vorerst sogar bestätigte. Sie beim Landesgericht in Wien daher auf Wiederherstellung klagte. Und die Gebietskrankenkasse den billigeren Weg wählte.

Österreich und seine Korruption

Sie wissen schon: Das berühmte Kuvert unterm Tisch.  Die österreichische Regelung von Problemen. Zwischen beklagter Partei und Anwalt der Klägerin. Was eben ab einer gewissen Größe eines Betriebes, vor Allem politisch gedeckten Betriebes wie der WGKK, in Österreich möglich wird. Eben auch ein Teil von Österreich.

Journalistin im Ruhestand?

Und seitdem kommt ihr dann, wenn meine Frau wieder einmal etwas aufdeckt der Satz:  „Die Österreicher sind ja so blöd!“ über die Lippen. Das sollte einen aber nicht aufregen. Denn: Hatten wir dies nicht über die SPÖ-Regierung auch schon vermeldet? Eben!

Und dann? Ja, dann kommt meistens eine super  Story!

Top-Journalistin im Top-Lokal

Also, meine Frau ist ja Bulgarin. War Lektorin bei der Anastasia Statiev. Der Tageszeitung von Todor Schiwkow. Ist also geübt im Recherchieren. Eine wirklich gute Journalisten. Die eben jetzt Gemüse schälen darf. Und die stellt mich gern auf die Probe. Schaut, wie weit ich folgen kann.

Und gerade, weil sie eben landesweit bekannte Journalistin war, man kennt sie in Bulgarien als Krasimira Russeva, oder noch viele mehr unter ihrem Journalisten Namen Karmen Dimitrova, heute heißt sie eben Karmen Peitl, kennt sie heute immer noch eine Unmenge von Menschen.

Die frühere gehobene Schicht Bulgariens eben. Über die sie gerne erzählt. Und aus ihrem Hobby heraus, Österreich helfen zu wollen, kümmert sie sich in Wien eben um die so bezeichneten „Zigeuner Bulgariens“. Sorry, ihre Worte! Nicht meine! Kümmert sich also um die „Zigeuner“. Um denen Deutsch bei zu bringen.

Begleitet diese zu Behörden. Zu Rettungsstationen. Oder auch zur Polizei. Wo man sie dann als Dolmetsch einsetzt! So das man sie dann von Seiten des AMS fragte, sie steht übrigens bei der Polizei in der Übersetzerliste: Ob sie Deutsch kann? Es geht eben nichts über gute AMS-Betreuer. Oder?

Schiwkow förderte die Integration

Um das Integrationsprogramm, dass Todor Schiwkow noch startete, nie aber zu Ende brachte, weiter fortzusetzen. Ein Programm, dass man nach Meinung meiner Frau in Österreich einfach verabsäumt.

So das ihre Bekannten in Bulgarien heute noch den Kopf schütteln. Weil sie hören, wieviele bulgarische Roma hier leben und arbeitslos sind.

Während dem man eben zur Zeit Schiwkows versuchte diese in der Arbeit zu integrieren. Die Roma in Wahrheit also an den Gedanken „Arbeit“ gewöhnt sind. Weil eben damals ein jeder Arbeit zugewiesen bekam. Man übrigens auch heute wieder versucht, in Bulgarien die Vollbeschäftigung herzustellen. Übrigens sind die EU-Zuwanderer im neuen Vollbeschäftigungsprogramm der türkis-blauen Bundesregierung immer noch vergessen!

KRONE: Nächster PR-Coup: Regierung legt Plan für Vollbeschäftigung vor

Bekannte bis hin zu Boyko Borisov

Und so erzählt mir meine Frau eben aus der Vergangenheit. Was nicht der Eine oder Andere damals tat. Und was sie heute tun. Und weil sie selbst auch eine Zeit lang bei einer russischen Musikgruppe sang, was man über die Künstler Bulgariens so erzählen kann. Was sie selbst mit Schiwkow erlebte! Und woher sie Boyko Borisov kennt. Der war Leibwächter bei Todor Schiwkow.

Aber auch: Was die selben Menschen eben heute treiben!

Roma Abwanderung nach Wien

Frankfurter Allgemeine: Armut und Abwanderung: Exodus aus Bulgarien

Macht mich darauf aufmerksam, dass kaum „echte Bulgaren“ in Wien leben. Sondern das es derzeit von Bulgarien aus eine deutliche Abwanderung der Roma nach Wien gibt.

Die hätte man zu Zeiten Todor Schiwkows versucht zu integrieren. Wäre aber nicht gegangen. Weil: Diese fordern ihre eigene Lebensweise. Was meine Frau aber nicht daran hindert, gute Kontakte zu diesen zu pflegen. Ein Hobby meiner Frau:

Sie versucht diesen Deutsch beizubringen! Sie eben nun in Österreich zu integrieren!

Familienbeihilfe auf Bulgarisch

Das aber, was sie mir gestern erzählt hat, dass war wieder einmal so wirklich erstaunlich.

Die Zetschka schickt über EUR 900,- Familienbeihilfe im Monat nach Bulgarien.

Und ich schaue meine Frau gross an und meine:

Du, so viel Kinder hat die doch gar nicht!

Und schaue kurz einmal in der Liste nach, wieviel Kinderbeihilfe man derzeit eigentlich bekommt.

Sie wissen ja: Sebastian Kurz hat ja das System geändert, damit nicht so viel Geld ins Ausland fließt.

Höhe der Familienbeihilfe

Ich erkläre das meiner Frau und meine drauf, sie solle nicht so blöd reden. Sie aber beharrt weiter darauf:

Nein, Nein. Die Zetschka schickt über EUR 900,- im Monat nach Bulgarien. Familienbeihilfe.

Und weil ich mir dies nicht erklären kann, so frage ich nach:

Und bekomme dann die Erklärung!

Mindestsicherung + Familienbeihilfe

Das Kind der Bekannten lebt mit ihrem Lebensgefährten in Plovdiv in Bulgarien.

Sie selbst lebt hier in Wien und geht hier einer Schwarzarbeit nach. Erhält zusätzlich aber, weil sie EU-Bürgerin ist und offiziell ja nicht arbeitet, ja offiziell auch nicht verheiratet ist, mit einer Zigeunerhochzeit schon, aber die ist ja nirgendwo eingetragen, die Mindestsicherung. Und da die Schwarzarbeit ausreicht um hier zu überleben, so schickt sie eben das Geld der Mindestsicherung plus das Geld der Familienbeihilfe nach Plovdiv.

Familienbeihilfe, auf bulgarisch so zu sagen!

Und da die Mindestsicherung derzeit EUR 863,40 ausmacht, die eigentliche Familien-beihilfe für ein Kind aber EUR 121,90, so schickt sie eben jeden Monat über EUR 900,-, eigentlich fast EUR 1000,- in das „Zigeunerquartal“ in Plovdiv.

Wien.gv.at: Mindestsicherung

Den Lebensstandard heben

Wenn man sich dann noch überlegt, dass die Roma da unten so zwischen EUR 100,- bis 200,- im Monat erhalten, wenn sie dort arbeiten, so wundert es mich nicht, dass es bereits eine ganze Reihe von Nachahmern dieses „Wirtschaft Förderung Models“ gibt. Wir Österreicher dann da unten die schönsten Roma Hochzeiten finanzieren.

Weil man mit dem 5 fachen Geld natürlich auch über die 5 fache Kaufkraft verfügt. Sich plötzlich alles leisten kann.  Es eigentlich nicht mehr wundert, dass es in Bulgarien kaum noch eine ganze Familien gibt. Sondern immer einer der zwei Elternteile im „Ausland arbeiten“ geht.

Österreich: Wo bleiben die Menschenrechte?

Während dem ich mich hier in Österreich frage, ob eigentlich für Österreicher und Österreicherinnen die Menschenrechte gelten:

Artikel 1 (Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit)
Alle Menschen sind frei und gleich an Würde und Rechten geboren. Sie sind mit Vernunft und Gewissen begabt und sollen einander im Geist der Brüderlichkeit begegnen.

Artikel 2 (Verbot der Diskriminierung)
Jeder hat Anspruch auf die in dieser Erklärung verkündeten Rechte und Freiheiten ohne irgendeinen Unterschied, etwa nach etwa nach Rasse*, Hautfarbe, Geschlecht, Sprache, Religion, politischer oder sonstiger Überzeugung, nationaler oder sozialer Herkunft, Vermögen, Geburt oder sonstigem Stand.

Des Weiteren darf kein Unterschied gemacht werden auf Grund der politischen, rechtlichen oder internationalen Stellung des Landes oder Gebiets, dem eine Person angehört, gleichgültig ob dieses unabhängig ist, unter Treuhandschaft steht, keine Selbstregierung besitzt oder sonst in seiner Souveränität eingeschränkt ist.

Verstehen sie mich?

Über Hans-Georg Peitl, Präsident

.) Präsident der Obdachlosen in der Politik (ODP) .) Präsident des Ordo templis liberalis - Die Templer - Humanistische Union Liberaler Entwicklung .) Herausgeber des Liberalen Boten "Voice of Jesus" .) Autor der Bücher "Von Templern, Freimaurern und Illuminaten", "König Jesus, ein König der kein Herrscher sein wollte" und "Evangelisation im Computerzeitalter"
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