Wertschöpfungsabgabe bei Konzernen?

Eigentlich bin ich überrascht, liebe Freunde, mit welcher Selbstverständlichkeit eine ganze Reihe von Gruppen oder besser gesagt Parteien derzeit nach einer „Wertschöpfungsabgabe für Konzerne“ rufen. Nach einer reinen Versteuerung dadurch, dass man schaut, wie viel ein Unternehmen an Wert zu legt. 

Und wenn man sich einmal überlegt, wie in der heutigen Zeit die Steuern von Konzernen umgangen werden, so wundert mich diese Forderung schon sehr, denn:

In der heutigen Zeit nützen die Konzerne die Tatsache aus, dass internationale Verluste in die Versteuerung mit einberechnet werden dürfen.

Sprich: Wenn das Unternehmen und jetzt nehme ich absichtlich kleine Zahlen, in Wahrheit geht dies in die Milliardenhöhe,  in Österreich EUR 1000,- zu versteuern hätte, gleichzeitig aber nachweisen kann, dass das Unternehmen in Niger EUR 1000,- Verlust gemacht hat, so bleibt der Konzern steuerfrei.

Wikipedia: Wertschöpfung

Ebenso bleibt, da ja das Geld vom österreichischen Unternehmen an den Zweig in Niger weitergegeben wurde, im österreichischen Unternehmen durch die Weitergabe die Wertschöpfung bei null.

Das Unternehmen hat in diesem Fall den Wert um EUR 0,- erhöht!

Bedeutet als: Steuerfreiheit bei Wertschöpfungsversteuerung!

Nur reicht es in diesem Fall dann, anders als bisher, aus, dass der Konzern bekannt gibt:

Ich plane eine Filiale in Niger und muss daher Rücklagen bilden.

Dort den Eintrag in das Firmenbuch vornimmt.

Das Unternehmen dort also physisch noch gar nicht existieren muss!

Dann wird es eben noch einfacher, das Geld aus dem Land zu transferieren.

Das also, was all diejenigen die eine Wertschöpfungsabgabe, also Steuern auf Basis der Wertschöpfung fordern, tatsächlich verlangen, ist die Steuerfreiheit für Grosskonzerne!

Was dann dem Wettbewerb mit dem österreichischen Klein- und Mittelunternehmer noch deutlich verschärft!

Die sowieso durch die Schaffung der Registrierkassenpflicht heute zu Tage gegenüber Konzernen benachteiligt sind!

Anders würde es mit einer Inlandsversteuerung ausschauen!

Die einfach nur die Geschäftsgänge im Inland berücksichtigt und den Transfer von Geldern erst nach vorangegangener Versteuerung gestattet.

Auf Basis der hier erzielten Umsätze erfolgt!

Was derzeit aber, so wie ich dies sehe, niemand fordert.

Eine Forderung an die sich offensichtlich niemand herantraut!

Und genau das überrascht mich!

Überrascht mich, weil es meines Verständnisses nach die einzige Möglichkeit wäre, wie Österreich von Konzernen überhaupt zu einem Geld kommt.

Oder: Seht ihr das anders?

Über Hans-Georg Peitl, Präsident

.) Präsident der Obdachlosen in der Politik (ODP) .) Präsident des Ordo templis liberalis - Die Templer - Humanistische Union Liberaler Entwicklung .) Herausgeber des Liberalen Boten "Voice of Jesus" .) Autor der Bücher "Von Templern, Freimaurern und Illuminaten", "König Jesus, ein König der kein Herrscher sein wollte" und "Evangelisation im Computerzeitalter"
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2 Antworten zu Wertschöpfungsabgabe bei Konzernen?

  1. Ja, Hans-Georg, das sehe ich deutlich anders. Denn:

    1.) Verlange ich das Schließen der Steuerschlupflöcher schon lange und völlig unabhängig von einer Wertschöpfungsabgabe. Fordere ich dass die Konzerne ihr Geld nicht vor Steuer außer Landes schaffen dürfen, sondern dort ihre Steuergelder zahlen müssen wo diese erwirtschaftet wurden. Wie auch eine Lizenz Steuer. Steht übrigens alles auch in meinem Buch.

    2.) Sind die Konzerne auch heute sicher nicht umsatzsteuerbefreit, wenn sie auch ihre Kapitalertrags- und Körperschaftssteuern durch die von Dir beschriebenen Verflechtungen sparen, so bedeutet das nicht dass sie eine Wertschöpfungsabgabe in Form einer branchenspezifischen Umsatzsteuer ebenso leicht außer Landes schaffen können. Geht daher Dein Angriff, das wäre ein neues Steuersparmodell für die Konzerne absolut ins Leere.

    Aber gut dass Du darauf hinweist, dass das Ganze, wenn man es verkehrt macht natürlich auch in die Hose gehen kann. Wie sonst übrigens alles andere auch.

    • Dann gibst Du mir zwar Recht, aber dann heisst es nicht Wertschöpfungsabgabe. Und das Du anders siehst, glaube ich Dir auch. Das ist eben der Unterschied zwischen der ODP, die für den kleinen Mann von der Strasse da ist und der deutschnationalen Industriepartei CPÖ.

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